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MeinungVeroeffentlicht
15.04.2015 um 11:45 Uhr
MeinungAutor
von Michael Stöcker
MeinungKommentar
Was ist Ihnen persönlich wichtig im Leben?
Eine demokratiekonforme soziale Marktwirtschaft
Eine demokratiekonforme soziale Marktwirtschaft, mit Toleranz gegenüber der kulturellen Vielfalt, in der der Mensch im Mittelpunkt steht und immer auf die helfende Hand vertrauen kann, die sowohl fördert und fordert aber auch zugleich - insbesondere über die Gestaltung der Erbschaftssteuer - ein Auseinanderdriften der Gesellschaft verhindert.
Zudem benötigen wir eine offene Diskussion über die Angemessenheit unseres aktuellen Geldsystems, damit das Geld zukünftig nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern wieder der Mensch mit seinen realen Bedürfnissen, die sich hier in so vielen Antworten widerspiegeln.
Was macht Ihrer Meinung nach Lebensqualität in Deutschland aus?
Wir benötigen eine offene und ehrliche Diskussion über unser Geldsystem
Die Deutschen Bundesbank hat in Folge der Finanzkrise den Prozess der Geldschöpfung im Jahre 2008 komplett neu dargestellt. Dazu wurde das Schülerheft Geld- und Geldpolitik in einem sehr zentralen Bereich völlig neu konzipiert. Obwohl diese Änderung im Verständnis nur noch vergleichbar ist mit dem Wechsel vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild, wurde diese elementare Änderung nicht weiter kommuniziert. 6 Jahre später (13.11.2014) veröffentlicht sie dann eine FAQ-Liste hierzu und schreibt auf die erste Frage, warum die Darstellung verändert wurde, lapidar: „Die praktische Geldpolitik hat sich im Laufe der Zeit so verändert, dass es geboten schien, die Darstellung zu aktualisieren.“ [Link oder persönliche Daten den Regeln entsprechend von der Redaktion entfernt]
Fakt ist, die praktische Geldpolitik war noch nie anders! Die frühere Darstellung war schlicht und ergreifend falsch.
Kommentare: 2
Hallo Herr Warter,
ja, das Thema gehört ganz oben auf die Agenda. Aber leider tappen hier selbst die Nobelpreisträger wie Paul Krugman und Joseph Stiglitz oder auch ein Thomas Mayer (ex Chefvolkswirt der Deutschen Bank) durch den monetären Irrgarten, wie Steve Keen wieder einmal jüngst bei FORBES dargelegt hat. Leider ist auch die Vollgeldidee ein intellektueller Kopfschuss, da diese Bewegung ebenfalls nicht die 2-Stufigkeit sowie die Hybridität unseres Geldsystems begreift. Ich empfehle Ihnen Perry Mehrling: „Why is Money difficult“; einer der ganz wenigen, der den Durchblick hat. Auf Deutsch empfehle ich Ihnen „Schweizer Spezialitäten“ sowie „Vollgeldspielereien“ von Dr. Menéndez. Weitere Infos zu den zahlreichen Irrtümern finden Sie, wenn Sie meinem Namen folgen.
LG Michael Stöcker
Hallo Herr Stöcker,
das Geldschöpfungthema sollte viel mehr publiziert werden, um in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die volkswirtschaftlichen Risiken des Giralgeldsystems zu wecken. Doch das dürfte kaum im Interesse der Geschäftsbanken und ihrer mächtigen Eigner liegen. Was halten Sie in dem Zusammenhang von der Monetative, einer Vollgeld-Initiative, über die es demnächst in der Schweiz zur Volksabstimmung kommt?