Bildungsfreiheit
Zunächst muss ich bemerken, dass ein konstruktiver Diskurs nicht auf der Ebene zweier positiv-suggestiver Fragen geführt werden kann.
Was mir wichtig im Leben ist? Ich könnte sagen: Bildungsfreiheit. Allerdings bildet das allein nicht das ab, was ich hier zur Sprache bringen möchte.
Mir ist wichtig, dass meine Kinder im schulpflichtigen Alter wählen können, auf welche Weise sie welches Wissen wann und wo lernen möchten. Natürlich bin ich als Akademiker daran Interessiert, dass meine Kinder demonstrativ bemerkenswerte Bildungsabschlüsse erlangen werden. Doch obliegt der Bildungsweg allein ihrem freien Entfaltungspotentials und nicht einem Schulzwang an ein Lehrgebäude, in dem veraltete Didaktik moderne Mathetik (http://lexikon.stangl.eu/859/mathetik/) ausschließt, indem nicht sexuelle Aufklärung, sondern pervertierte Sexualisierung stattfindet oder Diskriminierung und Bildungsungerechtigkeit durch Bildungsbiografie manipulierende Leistungsbewertung (Vgl. PISA, TIMSS, u.A.)
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Beispiel für in Schule unterdrücktes demokratisches Handeln: Schüler beginnen auf einem öffentlichen, an die Schule grenzenden Parkplatz zu parken. Sie werden von der Schulleitung aufgefordert, das nicht mehr zu tun (weil die Kollegen sonst keine Parkplätze finden). Mit dem Hinweis darauf, das sei ein öffentlicher Parkplatz, tun die Schüler es dennoch (sie kennen ihre Rechte und fordern sie ein - wie mündige Bürger). Statt in einen Dialog mit der Schülerschaft zu treten, was durch den ungewissen Ausgang möglicherweise die Position der Schulleitung untergraben würde, führen Schulleitung und Stadt unter Ausschluss der Schüler Gespräche darüber, den Parkplatz zum Lehrerparkplatz zu erklären (vielleicht verständlich, dennoch undemokratisch). Das geschieht. Das Problem ist gelöst, wahrscheinlich sogar auf sinnvolle Art und Weise (für alte oder pendelnde Kollegen). Für die "Erziehung zu mündigen Bürgern" wurde jedoch nichts getan. Vielmehr erleben Schüler Demokratie hier als gescheitert.
Das kann ich nur unterstützen. Ich bin Lehrerin geworden, weil ich es wichtig finde, dass Kinder lernen, in einer Demokratie zu leben. Was ich in Schulen erlebe, hat jedoch wenig bis gar nichts mit Demokratielernen zu tun. Es bleibt bei theoretischen Betrachtungen. Sobald Schüler ihre Macht erkennen, die ihnen nach demokratischen Gesichtspunkten zusteht und sie beginnen, sie zu nutzen, wird es unbequem für Lehrer, Schulleitung, Regierungen. Und plötzlich finden alle Verantwortlichen einen (nicht ganz so demokratischen) Weg, um den Schüleraufstand abzuwiegeln. Das ist kein Vorwurf an die Verantwortlichen - sie tun, was sie müssen, um das System am Laufen zu halten. Die Frage ist, ob es nicht für alle besser wäre, eine Wahl zu lassen, daraus auszuscheren.
ZUR VERANSCHAULICHUNG WERDE ICH GLEICH EIN BEISPIEL AUS DER PRAXIS DARSTELLEN
Auch ich kann den Gedanken der demokratiefernen Institution Schule nur unterstreichen. Wie sollen müdige, politisch interressierte Bürger herangezogen werden, wenn sie in ein undemokratisches System wie Schule hineingezwungen werden?
Zudem belegen Studien unter tausenden von Homeschoolern, dass ihre Bildungsabschlüsse überdurchschnittlich sind.
Man muss nur mal die Studien von Thomas Alan, Lawrence Rudner, Marcus Mockler uvm. lesen. Oder aber sich mit renomierten Studien auf deutschem Boden beschäftigen. Dann merkt man schnell, dass unsere Politik ihrem Auftrag nicht gerecht wird.
Politikverdrossenheit lässt grüßen.