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MeinungVeroeffentlicht
17.07.2015 um 00:32 Uhr
MeinungAutor
von Irené
MeinungKommentar
Was ist Ihnen persönlich wichtig im Leben?
Behutsamkeit und Weitblick
Mir ist ein behutsamer Umgang wichtig, nicht allein von Mensch zu Mensch, sondern auch mit den Dingen und nicht zuletzt auch mit Wörtern. Unterschiede sind mir wichtig, das macht das Einzelne besonders und kostbar und verleiht dem Unscheinbaren Gewicht. "Toleranz" ist mir wichtig, allerdings nicht als Emotion, sondern im ursprünglichen Wortsinn: Den Anderen ertragen, auch wenn ich seine Meinung nicht teile. Ehrfurcht vor dem Leben, weil es eine Schöpfungsgabe Gottes ist. Freundlichkeit gegenüber Fremden und Weitgereisten, weil Gastfreundschaft eines der schönsten Geschenke ist und Behutsamkeit mit der Chance auf ein wenig mehr Weitblick verbindet. Der regelmäßige Blick über den Tellerrand! Und ja auch das: "Bescheidenheit", wiederum nicht als Emotion, sondern im Sinne von Bescheidwissen über die Grenzen meines Lebens.
Was macht Ihrer Meinung nach Lebensqualität in Deutschland aus?
Europa
Die unbedingte Zuwendung zu Europa aus seiner Geschichte und Kultur heraus macht Deutschland zu einem Land mit offenen Türen. Was für Schätze sind da miteinander zu teilen! Ich wünschte mir, dass das Interesse und die Aufmerksamkeit hierfür noch wächst. Sorgen macht mir im Gegenzug eine zunehmende Egalmentalität und großes Desinteresse, was den kulturellen und politischen Diskurs angeht. Die Deutschen investieren privat angeblich vor allem in Haus, Auto und Reisen. Mit letzterem kann ich gut leben, denn das weitet womöglich den Blick. Dankbar bin ich für den behutsamen Umgang mit ethischen Themen (z.B. Lebensschutz), keine Hauruckaktionen. So finde ich auch die bestehende rechtliche Regelung für Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen sinnvoll, die nach langem beides vereinigt: Den Schutz von Minderheiten, aber auch die Alleinstellung der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau, die einzig die Möglichkeit zur gemeinsamen Fortpflanzung in sich trägt.
Kommentare: 2
Liebe Vanessa, vielen Dank für Deinen Kommentar. In puncto Europa sind wir uns also einig, schön!, - in puncto Ehe nicht, okay. Ich meine allerdings, dass gerade weil das so ein emotionales und wichtiges Thema ist, um so mehr darüber gesprochen werden müsste. Deshalb erwähne ich es doch noch einmal: "Alleinstellung der Ehe" - das ist nicht als Affront gemeint, sondern entspricht dem gegenwärtigen gesetzlichen Bestand. Ich bin gegen eine Änderung und Ausweitung, weil damit Unterschiede verwischt werden, deren wichtigsten ich in meiner Antwort auch benannt habe. Die einen nennen das Haarspalterei, die anderen Differenzierung. Ich finde, in Gesprächen kann gar nicht genug differenziert werden, um dann wieder zu einem Konsens zu kommen.
In puncto Europa stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Es sollte das Bewusstsein für die Chancen die sich uns durch einen engeren Zusammenschluss bieten geöffnet werden. Sowohl bei der Bevölkerung, als auch bei der Regierung. Immer noch wird von vielen viel zu stark auf der eigenen Souveränität beharrt anstatt daran zu arbeiten, gemeinsame Richtlinien für alle zu finden. Genauso wird es Zeit, dass die Flüchtlingsproblematik nicht mehr hin und her geschoben wird, sondern sich endlich Europa als ganzes der Thematik annimmt und als Wirtschaftsmacht seiner Verantwortung gegenüber schwächeren nachkommt.
Wenn ich jedoch noch einmal die Worte "Alleinstellung der Ehe" lesen muss raste ich aus. Tut mir Leid hier so deutlich zu werden aber liebe Heterosexuelle begreift endlich, dass es nicht darum geht euch etwas wegzunehmen! Peinlich, dass in einem "toleranten" Land diese Diskussion geführt werden muss.