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MeinungVeroeffentlicht 16.07.2015 um 18:25 Uhr MeinungAutor von Scarlett MeinungKommentar 15

Was ist Ihnen persönlich wichtig im Leben?

Ich möchte heiraten dürfen!

Ich wusste schon immer, dass ich irgendwann einmal eine Familie gründen möchte. Ich wusste schon immer, dass es mir nicht reichen wird einfach nur eine Beziehung einzugehen, sondern für eine Familiengründung gehört für mich auch die Heirat dazu. "Blöderweise" hat sich aber nun heraus gestellt, dass ich homosexuell bin und die Frau, die ich gerne zu meiner Angetrauten nehmen möchte, in Deutschland gar nicht heiraten darf.

Warum muss da in Deutschland zwingend unterschieden werden? Ich möchte heiraten... das ist diese Sache mit der Liebe, der gegenseitigen Unterstützung und der Verantwortung füreinander. Die Tatsache, dass ich mich lediglich verpartnern darf, diskriminiert mich, denn sobald ich von meiner "Frau" spreche, werde ich mit den Worten "aber ihr seid doch gar nicht verheiratet" konfrontiert. Das tut verdammt weh!

Was macht Ihrer Meinung nach Lebensqualität in Deutschland aus?

Manchmal leben wir in Deutschland noch wie im Mittelalter

Die Liste der Dinge, mit denen wir Deutschland lebenswerter machen können, ist wohl leider zu lang für dieses Textfeld. Aber ich halte es für besonders wichtig Diskriminierung nicht nur mit Worten zu verurteilen, sondern auch mit Taten zu bekämpfen. Zu sagen, dass man gegen die Diskriminierung von Homosexuellen sei und gleichzeitig Homosexuellen aufgrund eines dämlichen Bauchgefühls diesen nur eine Heirat zweiter Klasse zu erlauben, ist ein Hohn. Deutschland braucht Politiker mit Weitsicht, die den Zeitgeist begreifen. Im Moment fühle ich mich ein wenig wie im Mittelalter.

Kommentare: 15

  • Mittlerweile spricht die Bundeskanzlerin auch nicht mehr von einem Bauchgefühl, sondern verweist auf eine Definitionsfrage, wenn sie wiederholt sagt: "Für mich ist die Ehe die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau." Damit dockt sie an den bisher üblichen Gebrauch dieses Begriffs an. Sicher kann man auch eine veränderte Definition vornehmen, in diesem Fall eine Ausweitung, aber ist das wirklich sinnvoll? Wörter sollte man behutsam behandeln, sie dienen dem unglaublich wichtigen Zweck, differenzieren zu können. Und da sehe ich nach wie vor einen entscheidenden Unterschied zwischen homosexuellen und hetereosexuellen Partnerschaften: Letztere tragen die Möglichkeit der gemeinsamen Fortpflanzung in sich. Wenn man freilich nur das Kriterium der Liebe und Fürsorge erhebt, dann fallen mir noch ganz andere Gemeinschaftsformen ein, die man dann auch als Ehe bezeichnen müsste. Zum Stichwort "Zeitgeist": Das ist wohl so etwas wie ein kollektives Bauchgefühl.

  • Deutschland braucht Politiker mit Weitsicht, die den Zeitgeist begreifen.

    Was für ein großartiger Satz, der es auf den Punkt bringt! Danke.

  • Frau Merkel sagt, dass sie Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung nicht diskriminieren will, aber dass die bei der Ehe einen Unterschied machen will. Was bitte ist denn dann Diskriminierung laut Frau Merkel? Diskriminieren heisst unterscheiden. Wenn es für zwei Menschen eine Ehe gibt und für andere Menschen eine Lebenspartnerschaft, ist das nicht einen Unterschied zu machen und damit (das böse D-Wort:) zu diskriminieren?
    Wenn die Lebenspartnerschaft tatsächlich nicht diskriminierend sein soll, warum dürfen dann eigentlich nicht auch gemischtgeschlechtliche Paare sich als Lebenspartner eintragen lassen? Auch das ist doch diskriminierend, dass ich als Mann eine Frau nur heiraten kann und keine Lebenspartnerschaft mit ihr eingehen darf?
    Diese Ungereimtheiten kann keiner rational und sachlich begründen. Das geht allein mit dem viel zitierten "Bauchgefühl". Und ich dachte, dass man das in der Physik nun garnicht braucht....