Ich möchte heiraten dürfen!
Ich wusste schon immer, dass ich irgendwann einmal eine Familie gründen möchte. Ich wusste schon immer, dass es mir nicht reichen wird einfach nur eine Beziehung einzugehen, sondern für eine Familiengründung gehört für mich auch die Heirat dazu. "Blöderweise" hat sich aber nun heraus gestellt, dass ich homosexuell bin und die Frau, die ich gerne zu meiner Angetrauten nehmen möchte, in Deutschland gar nicht heiraten darf.
Warum muss da in Deutschland zwingend unterschieden werden? Ich möchte heiraten... das ist diese Sache mit der Liebe, der gegenseitigen Unterstützung und der Verantwortung füreinander. Die Tatsache, dass ich mich lediglich verpartnern darf, diskriminiert mich, denn sobald ich von meiner "Frau" spreche, werde ich mit den Worten "aber ihr seid doch gar nicht verheiratet" konfrontiert. Das tut verdammt weh!
Kommentare: 15
Lieber Ernst,
das die standesamtliche Ehe, die Verwaltung eines kirchlichen Sakramentes ist, stimmt so leider nicht.
Standesamtliche Ehe ist ein gesellschaftsrechtlicher Vertrag zwischen zwei Personen(Noch nur zwischen Männer und Frauen), das Sakrament Ehe wird in den Kirchen verwaltet, da wo es auch hingehört.
Sie können ja auch nur kirlich heiraten, wenn es Ihnen nur um die Ehe als Sakrament geht.
Hallo, ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Die Homosexuellen fühlten sich benachteiligt, daher wurde für sie die eingetragene Partnerschaft etabliert. Aber die standesamtliche Eheschließung ist lediglich eine Übertragung eines religiösen Grundrechts (Naturrecht) in eine gesetzliche Form. Ein Grundrecht, das in dieser Religion nicht existiert, kann auch nicht ins Gesellschaftsrecht übertragen werden. Das betrifft die Homo-Ehe genau so wie Polygamie. Ähnliche Verknüpfungen gibt es bei Taufe und Kirchensteuer, das eine geht nicht ohne das andere, es sei denn man wechselt Glaube oder den Wohnort. Der Staat hat doch gar keine Wahl, er kann das Sakrament der Ehe nicht gegen die Regeln der Kirche verwalten. Und nur das ist es ja letztlich: Ein Verwaltungsakt.
Liebe Scarlett, es ist klar, dass bei diesem Thema die Ansichten weit auseinandergehen. In Ihren Augen ist die meinige verstaubt, in meinen Augen ist der Zeitgeist eine höchst kurzlebige, weil störanfällige Angelegenheit. Vielleicht sind meine biologischen Kenntnisse auch etwas angestaubt, aber mir war noch nicht bekannt, dass es eine Möglichkeit menschlicher Fortpflanzung ohne männliche Samenzelle gibt. Natürlich erfüllen sich heutzutage einige ihren Kinderwunsch durch eine Samenspende in der einen oder anderen Form; in anderen Ländern ist noch die Leihmutterschaft erlaubt. Technisch ist vieles möglich. Aber was ist gut? Niemand hat ein Recht auf ein Kind, jedoch haben Kinder das Recht auf einen biologischen Vater und eine biologische Mutter, die zur Identität eines jeden Menschen gehören. Besondere Lebensumstände mögen dazu führen, dass Elternteile unbekannt bleiben oder kein engerer Kontakt besteht. Aber das sollte um des Kindes willen nicht von vorherein mit eingeplant werden.