Ich möchte heiraten dürfen!
Ich wusste schon immer, dass ich irgendwann einmal eine Familie gründen möchte. Ich wusste schon immer, dass es mir nicht reichen wird einfach nur eine Beziehung einzugehen, sondern für eine Familiengründung gehört für mich auch die Heirat dazu. "Blöderweise" hat sich aber nun heraus gestellt, dass ich homosexuell bin und die Frau, die ich gerne zu meiner Angetrauten nehmen möchte, in Deutschland gar nicht heiraten darf.
Warum muss da in Deutschland zwingend unterschieden werden? Ich möchte heiraten... das ist diese Sache mit der Liebe, der gegenseitigen Unterstützung und der Verantwortung füreinander. Die Tatsache, dass ich mich lediglich verpartnern darf, diskriminiert mich, denn sobald ich von meiner "Frau" spreche, werde ich mit den Worten "aber ihr seid doch gar nicht verheiratet" konfrontiert. Das tut verdammt weh!
Kommentare: 15
Hallo Marinus,
hoffentlich bedeutet das nicht, dass nur derjenige "wirklich richtig verstanden" hat, der die Ihnen genehme Meinung vertritt. Hand aufs Herz: Haben Sie sich auch ausreichend Zeit genommen für die Argumente der Gegenseite?
Was sagen Sie denn zu dem - zugegeben schlichten - Argument, dass allein in der Verbindung von Mann und Frau die Möglichkeit zur gemeinsamen Fortpflanzung gegeben ist und hierin ein doch nicht unbedeutender Unterschied besteht? Wer davon ausgeht, dass Eltern mit ihren Kindern durch ein natürliches Recht verbunden sind (GG 6,2) und vielleicht sogar noch meint, dass dies grundlegend für eine Gesellschaft ist, der wird in einer Ausweitung des Ehebegriffs auf gleichgeschlechtliche oder andersartige Partnerschaften (vgl. den Vorstoß der Jungen Grünen) eher Nachteile erblicken.
Eine Meinung zu allen möglichen verschiedenen Themen zu haben ist prima, es verortet einen in der Welt und gibt Identität. Ich genieße es in vollen Zügen, in einem Land zu leben, in dem dies möglich ist. Und ja, ich bin ehrlich froh, dass das für *alle* gilt, die hier leben. Zum vollkommenen Glück würde ich mir allerdings wünschen, dass es zum guten Ton gehören würde, sich vor dem Einstieg in eine Diskussion ernsthaft und ehrlich eine Frage zu stellen: "Habe ich wirklich richtig verstanden, worum es geht?" Möglicherweise vielleicht auch noch eine zweite Frage: "Das Thema betrifft mich eigentlich gar nicht direkt und trotzdem reagiere ich überraschend stark darauf - habe ich wirklich, wirklich richtig verstanden, worum es geht?"
Zum vorliegenden Thema dann noch eine dritte und letzte Frage: "Gibt es jemanden, der einen konkreten Nachteil von der Homoehe hat?" (Komisches Bauchgefühl hatten wir alle schon mal, vergeht auch wieder.)
Vielen Dank, Scarlett, für deine wahren und engagierten Worte!
Und an alle, die sich scheinbar noch nicht näher mit dem Thema befasst haben: Eine eingetragene Partnerschaft ist weder rechtlich noch gefühlsmäßig mit einer Ehe gleichzusetzen! Versuchen Sie doch beispielsweise einmal, in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft ein Kind zu adoptieren oder sich künstlich befruchten zu lassen - und dann teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit.
Und wenn es für Sie doch "das Gleiche" ist, warum wehren Sie sich dann so dagegen, dass jemand, der offensichtlich gerne heiraten möchte, dies auch tatsächlich tun kann?
Ein wenig mehr Offenheit und Wertschätzung wäre wirklich erfrischend!
Dies gilt auch für den Irrglauben, ein Kind bräuchte einen männlichen und einen weiblichen Elternteil, um sich "normal" zu entwickeln... Ist es nicht viel wichtiger, dass es geliebt wird, anstatt das ihm*ihr altbackene Stereotypien vorgelebt und eingetrichtert werden?