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MeinungVeroeffentlicht
18.04.2015 um 13:09 Uhr
MeinungAutor
von Fussnote
MeinungKommentar
Was ist Ihnen persönlich wichtig im Leben?
1000 Zeichen gutes Leben, was für eine Herausforderung!
"Die Würde des Menschen ist unantastbar", 38 gezählte Zeichen, die alles beinhalten, was ein gutes Leben auszeichnet und den Rahmen staatlicher Verantwortung definieren.
Ein gutes und würdevolles Leben:
-beginnt mit der Geburt in ein sicheres und soziales Umfeld, ohne Mangel an Zuwendung und ohne wirtschaftliche Not.
-fordert gleiche Chancen im Heranwachsen, Lernen und gefördert werden
-erlaubt die Bildung einer eigenen Persönlichkeit, einer eigenen Überzeugung und die Freiheit, diese auch zu leben
-beinhaltet, eine Beschäftigung zu haben, die durch Sinn motiviert und den Lebensunterhalt sichert
-bedeutet gesellschaftliche Teilhabe und Gerechtigkeit
-ist durch ein gerechtes Gesundheits- und Sozialsystem gegen Elend geschützt
-findet in jedem Lebensalter Achtung und Respekt
-endet mit Sinn.
873 Zeichen, auch das Hundertfache würde nicht reichen, die Punkte zu erläutern. Was bleibt, ist die große Aufgabe an die Bundesregierung, auch nur Einen davon wirklich umzusetzen.
Was macht Ihrer Meinung nach Lebensqualität in Deutschland aus?
Mut zur Veränderung, Lebensqualität für Alle
Es scheint wie Klagen auf hohem Niveau, denn im internationalen Vergleich scheint es den Menschen in Deutschland recht gut zu gehen.
Es fallen jedoch immer mehr Menschen in Deutschland aus dem Raster, finden keinen Weg in unsere "Wohlfühlgesellschaft". Ob Radikalismus, Hartz IV, Streik, Pflegenotstand oder Kinderarmut, es mangelt nicht an sozialpolitischen Problemen.
Die Lebensqualität in Deutschland ist für die Vielen gut, deren Meinung gehört wird. Doch Kinder, Alte, Kranke, Arbeitslose und viele andere haben keine Stimme.
An der Lebensqualität der Ärmsten und Bedürftigsten kann man die Politik eines Staates messen, nicht am Stand der Aktienmärkte!
Es gibt viel zu tun, wenn Deutschland zukunftsfähig bleiben möchte, mutige Schritte, nicht "Reförmchen". Beteiligen wir alle am Wohlstand Deutschlands, ganz und gar gerecht und problemlos finanzierbar: JEDER zahlt aus jedem Einkommen (ja, auch Kapitalerträge) 15% in die Sozialsysteme. Das wäre Geld genug für große Verbesserungen!
Kommentare: 15
Danke für den Kommentar!
Natürlich würde es Widerstände von denen geben, die dadurch mehr zahlen müssten. Aber genau darum geht es doch: alle zahlen den gleichen Anteil.
Wir haben uns hier viel zu sehr daran gewöhnt, dass Bestverdienende sich an ihrer sozialen Verantwortung vorbeidrücken können.
Es ist erschreckend, dass wir so etwas als hinnehmbar betrachten!
In Ihrem schönen Beispiel blieben dem Vorständler 85.000€, dem Normalverdiener 2.190€. Es fällt mir schwer, hier Mitleid mit dem Vorständler zu empfinden...
Vollkommen richtig, EIN gerechtes und durch alle Menschen gleichmäßig finanziertes Sozialsystem ist möglich. Um Beitragsbemessungsgrenzen mit prozentualen Anpassungen wird man sicher nicht ganz herum kommen. Wenn ein Vorstand mit 100.000 Monatseinkommen 15.000 zahlen muss, wird von dieser Ecke leider mit entsprechendem Wiederstand bis hin zur Verhinderung zu rechnen sein.
Trotz geringer Zinsen, steigen die Vermögen unserer "Wohlsituierten" weiter prächtig.
Auf der anderen Seite nimmt die Anzahl der Menschen drastisch zu, die durchs "Raster" fallen. Altersarmut, soziale Unsicherheit, immer mehr Kinder leben in Familien mit Harz IV Bezug.
Was dann passiert, sehen wir zur Zeit.
Wie Sie richtig schreiben: Radikalismus entsteht durch Mangel, nicht durch Überfluss (und sozialer Sicherheit)
Wie war das aber nochmal mit der sozialen Ungleichheit? Hier wird es unanschaulich: Statistiker haben zur Messung des Unterschieds zwischen Arm und Reich den so genannten Gini-Koeffizienten erfunden, in denen die Daten über alle Individuen oder alle Privathaushalte einfließen. Der Koeffizient kann theoretisch exakt bei Null liegen (im Falle völliger Gleichheit, wie es sie in Wirklichkeit natürlich nicht gibt) oder maximal bei 1,0 (wenn einer alles hat und alle anderen gar nichts, auch nicht existent in realen Volkswirtschaften), alle OECD-Staaten rangieren irgendwo zwischen 0,25 (Island) und 0,50 (Chile), Deutschland schon immer im unteren (also relativ egalitären) Mittelfeld mit 0,31. Wichtiger: In Deutschland hat sich in den Krisenjahren der Gini-Koeffizient praktisch nicht verändert, während allen anderen Industriestaaten der Anteil der Reichen am Kuchen wuchs. Erneut Platz vier für Deutschland im Feld der 33 OECD-Staaten.Oft sollte man sich seriöse Datenquellen suchen, nicht Wiki